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Zu Fuß durch den Südwesten Irlands
Das Kleeblatt in meinem Haar zeigte unmissverständlich an, wohin es im Sommer 1997 ging.
Die "grüne Insel" rief, und Karsten, ein langjähriger Freund aus Recklinghausen, und ich machten
uns mit einem Linienbus auf nach Dublin und von dort aus weiter in die Stadt Cork.
Von Cork ging es zu Fuß über die Ortschaften Bandon, Skibbereen, Bantry, Kenmare, Inch,
Derrymore und die
Halbinseln Caha und Dingle nach Tralee.
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Vorbei an vielen, vielen Steinmäuerchen, sanften Wiesen, Hügeln, Wasserfällen und schroffen,
felsigen Küsten...
Vorbei an bunten Häuschen, einladenden Pubs, zahlreichen Schaf- und Rinderherden, einsamen
Gehöften, alten Klöstern, Steinkreisen und keltischen Kreuzen.
Mit einem Linienbus ging es zuvor von Köln aus über Belgien, England und Wales und mit der Fähre
nach Dublin, wo wir in einen irischen Linienbus umstiegen, der uns nach Cork brachte.
Insgesamt kosteten die vier Wochen in Irland mit Anreise gerade einmal 700 DM. Wir machten zur
Zeit gerade Abitur auf einem Kolleg,
und das Geld für Reisen war knapp. Das brachte uns aber nicht davon ab, die nicht gerade
preiswerte grüne Insel zu besuchen.
Geschlafen wurde mit dem Zelt bei Wind und Wetter
auf Kuhweiden, Wiesen und auf privaten
Grundstücken. Die Besitzer der Ländereien waren zumeist
uns gegenüber freundlich gestimmt. Doch ab und zu bekamen wir auch Worte wie "Not in my house!!!" oder "Go away, go to the north!!" zu hören.
Gegessen wurde meist kalt. Nur einmal leisteten wir uns einen Teller Irish Stew, ansonsten
gab es täglich Baked Beans aus der Büchse
mit Toastbrot und dazu etwas Frischobst und Joghurt.
Eine Sache gönnten wir uns jedoch an jedem Tag. Zwei Guinness oder Cider waren im Tagesbudget
unserer knappen Reisekasse stets eingeplant.
Mal zur Mittagspause in einem Dorf und mal am Abend bei heiterer Gesellschaft in einem der
vielen Pubs des Landes.
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Der Sommer 1997 war der verregneteste seit Menschengedenken, so teilte man uns mit. Nahezu jede
Nacht plätscherte das Wasser nur so auf unser Zeltdach,
und wir taten gut daran am Abend zuvor eine zusätzliche Wetterplane über das Zelt zu spannen.
Kühle und zum Teil vernieselte Tage taten
jedoch unser guten Laune keinen Abbruch. Irland ist
ein Land der Lebensfreude und Freundlichkeit, und wir hielten uns daran
so gut es ging. War das Wetter zu arg, verbrachten wir ein paar Stunden bei Kaffee und Cider
in einem
der vielen Pubs. Die Fernseher liefen am laufenden Band und zeigten Sport im Überfluss, und
zudem schrieb ich
an meinem Manuskript für das Brasilienbuch "Saudade no Brasil - Sehnsucht in Brasilien", das im Sommer
2005 auf den Markt kommt.
Selten zuvor habe ich auf meinen
Reisen solch freundliche Leute getroffen wie auf der
liebenswerten grünen Insel.
Gewiss, die Menschen in Brasilien begegneten mir mit Fröhlichkeit und Offenheit, in Russland
wurde mir Gastfreundlichkeit entgegengebracht, und in Ägypten wurde sich um meine Person rührend
gekümmert wie selten zuvor,
jedoch haben in Irland die Bewohner etwas ganz besonderes an sich.
Auf der grünen Insel ist die einem entgegengebrachte Freundlichkeit wirklich ehrlich gemeint.
Wenn ein alter Bauer in einem abgelegenen Dorf dich nicht mag, dann zeigt er es auch.
Aufgesetzte Freundlichkeit und falsche Freundschaft existieren kaum. Wenn man mit einem Iren ins
Gespräch kommt, dann wird Herzlichkeit groß geschrieben...
Auch wir bekamen während der vierwöchigen Wanderung die Herzlichkeit der Iren zu spüren, und
somit wurde die Tour durch den Südwesten des Landes
zu einem unvergesslichen Erlebnis...
Ein Kapitel aus Irland ist im Buch 13 Reise-Fragmente zu lesen.
Es handelt sich um eine Begebenheit, die sich während der vierwöchigen Wanderung quer durch den
Südwesten Irlands zutrug. Während wir eines Nachts nahe einer Kuhweide im Zelt schliefen, machte
sich ein Bulle selbständig und durchbrach den Koppelzaun...
Wer sich eine Fotogalerie zu Irland ansehen möchte oder sich allgemein für Irland, Schottland
und die Musikband Runrig interessiert,
der besuche Karsten auf seiner Website www.scoteire.de! Viel Spaß!
Zum Abschluß komme ich noch zu ein paar landeskundlichen Informationen zur Republik Irland.
Die Republik Irland ist mit 3,7 Millionen Einwohnern eines der zahlenmäßig kleinsten Staaten Europas.
Die Fläche der Republik Irland ist mit 70273 qkm fast
identisch mit der vom Freistaat Bayern. Im Vergleich
zu Bayern wohnen auf 1 qkm nur ein Drittel so viele Leute auf der grünen Insel.
Über jeder vierte Ire lebt in der Hauptstadt Dublin,
und die Amtssprachen sind Englisch und das irische
Gälisch, das Ihr auf Karstens scoteire-Seite in einem kleinen Kurs erlernen könnt.
Das Bruttosozialprodukt, das 1998 noch bei 18710 US-Dollar pro Einwohner lag, steigt von Jahr zu Jahr,
und auch das jährliche Wirtschaftswachstum lässt sich in überaus guten Zahlen belegen. Ein steht fest,
die Republik Irland befindet sich im Aufwind. Viele Firmen
siedelten sich im Laufe der vergangenen
Jahre auf der grünen Insel an.
Insbesondere ausländische Dienstleistungsfirmen,
wie Call-Center, fühlen sich in Irland pudelwohl. Die Insel ist
auf dem Weg von ihrem Nischendasein zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsland.
Neben Dublin, auf gälisch Baile Atha Cliath genannt, sind Cork / Corcaigh, Limerick / Luimheach und
Galway / An Ghaillimh die größten Städte. Die irische Bevölkerung ist zu 88% katholisch, und nur
3,7% der Einwohner sind Anglikaner der Church of Ireland oder Presbyterianer.
Irland ist seit dem Jahre 1937 Republik und wird in vier Provinzen eingeteilt: Leinster, Munster,
Connacht und Ulster. Diese sind wiederum in 26 Grafschaften (Counties) eingeteilt.
Ein Kapitel über ein witziges, abenteuerliches Erlebnis im Südwesten Irlands
ist im neuen Buch "13 Reise-Fragmente" enthalten, in dem
13 verschiedene Reiseberichte von den verschiedensten Ecken dieser Erde zu lesen sind.
Detailierte Informationen zu diesem Buch gibt es auf dieser Seite.
Unter anderem ist das Buch bei www.amazon.de erhältlich.
© Die Fotorechte bei den Irlandaufnahmen liegen bei Karsten Höft!
Die Aufnahmen wurden freundlicherweise bereitgestellt von: www.scoteire.de
Die letzten Forenbeiträge des Reise-Forums:
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Zur Person: Marco Bertram
Freiberuflicher Autor und Foto-Journalist
Zahlreiche Reisen nach Russland, Brasilien, Kanada, Ägypten und quer durch Europa.
Verfasser einer Vielzahl an Berichten, Reisereportagen und Kurzgeschichten.
Autor der beiden Bücher "In 7 Wochen von Rio nach Manaus" und "13 Reise-Fragmente".
Segelprojekt Berlin-Sydney 2000
Im April 2005 wurde eine Wanderausstellung zur deutsch-deutschen Grenze realisiert. Vorabpräsentation beim Europäischen
Parlament in Brüssel.
Diavorträge zur Transsib & zur deutsch-deutschen Grenze
größere Vorträge bisher: im Hyatt Hotel Köln für Gebeco, im Maritim Hotel Travemünde für die
Raiffeisenbank, in Lübeck, in Hartha, im Tränenpalast Berlin
Iron Curtain Trail: Unterwegs auf dem Balkan
Infos zu Marco Bertram

Schiffbruch bei heftigem Sturm auf der Nordsee im November 1999 - auf der Fahrt nach Sydney
gerieten zwei Segelboote vor Holland in schwere Seenot,
eine Busentführung im Norden Brasiliens, eine Festnahme an der slowakischen Grenze,
ohne Gepäck von Kairo nach Theben West.
mit der Transsib quer durch Asien, Leben in einem Zen-Kloster in New Orleans und eine mit Krankheit
verbundene Reise in Indien.
Dies sind die spannenden Höhepunkte im Reisebuch "13 Reise-Fragmente" von Marco Bertram
und Mark Bauch.
Details zum Reisebuch.
Eine Bestellmöglichkeit gibt es bei:
www.amazon.de
Genauer Routenplan der Wandertour im Sommer 1997:
Von Cork aus ging es Über Clonakilty, Timoleague und Glandore nach Skibbereen.
Weiter über Drimoleague ging es zur Bantry Bay. Entlang der Küste ging es einmal
um die Halbinsel Caha, bevor Kerry durchquert wurde.
Durchwandert wurde der Killarny National Park, bevor hinter Castlemaine die Halbinsel Dingle abgelaufen
wurde. Dabei wurde der Conner Pass passiert, der zwischen Milltown und Kilcummin liegt.
Über Camp und Derrymore ging es zum Endziel dieser Wanderung, zur Stadt Tralee.
Im Fotoarchiv von www.ddr-fotos.de werden online hunderte s/w-Aufnahmen aus der DDR gezeigt.
Das Archiv umfasst insgesamt rund 50.000 Fotos und erstreckt sich im Zeitraum von 1949 bis 1973.
Zum DDR-Fotoarchiv
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